Umwelt Schweiz 2018 – Wohnen

Jeder Quadratmeter zählt

Wohnen

Wohnen, Arbeiten, Freizeit: fast alles im Leben benötigt Platz und Infrastruktur. Doch wo der Mensch immer mehr Fläche für sich beansprucht, steht die Natur – wortwörtlich – auf verlorenem Boden. Der haushälterische Umgang mit dem Boden gehört deshalb zu den wichtigsten Aufgaben für die Schweiz von morgen.

Zersiedelung in der Schweizafterbefore
19452016

Gemeinde Blonay (VD).  Quelle: Aéroport Lausanne, archives cantonales vaudoises / Jean-Michel Zellweger.

Energie- und Rohstoffverbrauch

Der Energieverbrauch in Gebäuden ist in der Schweiz für rund einen Viertel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Für Besserung sorgen die neuen Richtlinien und Methoden für energieeffizientes Bauen. Häuser können dank wirkungsvoller Isolation, schlauer Heizung und Energie aus erneuerbaren Quellen im Betrieb sehr sparsam sein.

Energiebedarf ohne Netzanschluss

Das weltweit erste Haus, welches seinen eigenen Energiebedarf vollständig aus Solarenergie deckt, steht in Brütten (ZH). Die Ökobilanz des Gebäudes wird alleine durch die bei der Erstellung 2016 eingesetzten Rohstoffe und die dabei konsumierte «graue Energie» bestimmt.

Brütten (ZH): Energiebedarf ohne Netzanschluss

Ansprüche an den Wohnraum

Aufgrund des Wachstums von Bevölkerung und Wirtschaft sowie der steigenden Ansprüche an den Wohnraum nimmt die Gebäudefläche in der Schweiz stetig zu. Die Nachfrage nach Raum zum Wohnen und Arbeiten ist dabei abhängig von den Formen des Zusammenlebens, Lebensstilen und sich wandelnden Idealvorstellungen.

Das Wohnen ist immer flächenintensiver geworden und stagniert heute auf hohem Niveau.

Beanspruchter Wohnraum (Quelle: BFS)

39 m2
pro Person

Es gibt allerdings Unterschiede zwischen den Regionen sowie zwischen den Agglomerationen und ländlichen Raum. In den Grossstädten zum Beispiel wird deutlich weniger Wohnfläche beansprucht (39m2 pro Person) als in den übrigen Gemeindegrösseklassen.

Dort liegen alle Werte um den Schweizerischen Durchschnitt von 45 m2 pro Person. Auf überdurchschnittlich viel Wohnfläche (50m2 und mehr pro Person) lebt man vorwiegend in wohlhabenden und zentrumsnahen Gemeinden, wie beispielsweise Meilen, Muri b. Bern, Zollikon oder Küsnacht (ZH). Am wenigsten Wohnfläche nämlich 31 m2 pro Person wird in Meyrin, Renens (VD), Vernier und Zermatt beansprucht.

Einfamilienhäuser machen 2016 57% aller Gebäude mit Wohnnutzung aus. Der Trend zum Einfamilienhaus hält an: 68% aller seit 2000 erstellten Gebäude mit Wohnnutzung sind Einfamilienhäuser.

0% 0%
Fröschmatt (BE): Freiräume in der Agglomeration

Freiräume in der Agglomeration

Bei der Sanierung der Liegenschaft Fröschmatt in Bern wurde auch der Aussenraum neu gestaltet. Das Pilotprojekt schafft ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Mieter und einer reichhaltigen Biodiversität.

Siedlungsstruktur und Freiräume

In der Schweiz wohnen heute drei von vier Personen in Städten oder Agglomerationen. Hier konnte das Wachstum der Siedlungsfläche pro Person und Arbeitsplatz erfolgreich gestoppt werden. Die Konzentration von Nutzungen auf kleinem Raum ermöglicht zudem mehr Effizienz und damit eine Reduktion von Umweltbelastungen. Je näher wohnen, arbeiten, einkaufen und Freizeit beieinander liegen, desto weniger motorisierter Verkehr fällt durch die verschiedenen Alltagsbedürfnisse an. Die Siedlungsentwicklung nach innen ist zudem eine Chance, die verbleibenden Grün-Freiräume nachhaltig zu entwickeln. Gut gestaltet und bewirtschaftet bieten Sie Platz für Freizeit, Ruhe und Erholung. Das steigert die Lebensqualität, macht den Standort attraktiver und fördert zudem die Biodiversität.

Innovation

Nest / UMAR – Gebäude-Recycling auf höchstem Niveau