Innovationen Ernährung

Mit Madame Frigo gegen Foodwaste

Als Jana Huwyler während ihres Bachelorstudiums in Rechtswissenschaften nebenbei bei einem Catering-Unternehmen arbeitete, ging ihr eines Tages ein Licht auf. Nach einem Anlass musste sie ganz viele Dessert-Häppchen in den Abfall werfen. Das konnte Jana, heute 25-jährig, nicht auf sich sitzen lassen. Im Rahmen eines Impact-Events von euforia entwarf sie gemeinsam mit drei Studienkolleginnen die Idee, mit öffentlichen Kühlschränken dem Food Waste entgegenzuwirken.

Hygienekontrollen durch «Göttis» und «Gottis»

Das Projekt fand schnell Anklang: Kurze Zeit später stand der erste Kühlschrank in Bern, bald kamen weitere hinzu. Kühlschrankgottis und -göttis aus dem Quartier halten die Kühlschränke sauber. Regelmässige Hygiene­kontrollen sorgen dafür, dass sich keine verdorbene Ware darin befindet. Heute stehen 34 Frigos in über zehn Schweizer Städten. Die Unterstützung durch den Förderfonds Engagement Migros stellt Professionalität sicher. 

Die Kühlschränke sind zu jeder Zeit frei zugänglich. Es gibt keine Beschränkungen wie Passwörter oder Schlösser. Wer zu viel eingekauft hat, stellt die überschüssigen Lebensmittel hinein und nimmt sich, was gerade zum Abendessen passt.

Um über die Nutzungsfrequenz der Kühlschränke genauer Bescheid zu wissen, erarbeitet Madame Frigo gemeinsam mit einem Team der Universität Bern eine Begleitstudie.

Madame Frigo betreibt neben dem Kühlschrank-Netzwerk auch Sensibilisierungsarbeit. Auf Social Media publiziert das Projektteam Beiträge wie Tipps zum «Kochen mit Resten». Zudem beteiligt sich Madame Frigo regelmässig an Events zum Thema Nachhaltigkeit und knüpft Kontakte mit anderen Initiativen, die sich mit Lebensmittelverschwendung oder allgemein einer nachhaltigen Lebensweise beschäftigen.